Der Anteil an Milchkühen mit Mängeln an den Klauen lässt Rückschlüsse auf den Pflegezustand der Tiere zu. Ein mangelhafter Klauenzustand liegt z. B. bei übermäßiger Klauenlänge und damit häufig verbundener Krümmung der Klauenspitze nach innen oder Verletzungen
und Überwachsungen des Wandhorns vor. Er kann Fehlstellungen und damit eine unphysiologische Gewichtsverteilung, ein verändertes Gangbild und Beeinträchtigungen des Verhaltens (z. B. Futteraufnahme) zur Folge haben. Zudem beeinflusst er das Wohlbefinden
und kann Klauenerkrankungen begünstigen. In der Folge davon kann die Milchleistung vermindert sein. Der Zustand der Klauen ergibt sich aus dem Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren wie Klauenpflegemanagement, Umweltbedingungen und individueller,
genetisch bedingter Hornqualität. Risikofaktoren für mangelhaften Klauenzustand sind zu seltene oder nicht fachgerechte Klauenpflege, Bewegungsmangel, ungünstige Bodenbeschaffenheit (mangelnder Abrieb, nicht trittsicher, feucht, verschmutzt) und nicht
wiederkäuergerechte Fütterung (z. B. Pansenazidose).