Die Häufigkeit der dokumentierten Mastitisbehandlungen (Behandlungsinzidenz) kann alternativ oder ergänzend zum Gehalt somatischer Zellen als Eutergesundheitsindikator verwendet werden. Sie gibt einen Hinweis auf die Häufigkeit klinischer Mastitiden und – je nach Behandlungsstrategie – auch chronisch-subklinischer Mastitiden. Klinische Mastitiden können zu Schmerzen beim Tier führen, chronisch-subklinische Mastitiden zu einer Daueraktivität des Immunsystems sowie zu Schädigungen des milchgebenden Gewebes und infolgedessen Milchleistungseinbußen. Bekannte Risikofaktoren sind einerseits Neuinfektionen, z. B. durch Mängel in der Melk- oder Stallhygiene sowie in der Melktechnik, und andererseits in der Schwächung der körpereigenen Abwehrlage der Kühe durch chronischen Stress, z. B. Hitze, durch begrenzt verfügbare Ressourcen (unter anderem Futter- oder Liegeplätze) oder groben Umgang mit den Tieren. Zusätzlich ist die Behandlungsinzidenz von der Behandlungsstrategie des Tierhalters abhängig.