Rinder zeigen beim Fress- und Ruheverhalten eine ausgeprägte Herdensynchronität; Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Verfügbarkeit von Liegeplätzen sowie weiterer relevanter Ressourcen. Darüber hinaus führen nicht optimal gestaltete Liegeplätze
zu mangelnder Akzeptanz und zu reduzierter Liegezeit. Dies kann das Wohlbefinden von Kühen beeinträchtigen, das Auftreten von Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen begünstigen und sich negativ auf die Milchleistung auswirken. Die folgenden Indikatoren
der Liegeplatznutzung geben in der Laufstall- und Anbindehaltung Auskunft über Verfügbarkeit und Qualität von Liegeplätzen und -flächen. Die Art und Weise der
Liegeplatznutzung
gibt dabei nähere Information zur speziellen Schwachstelle: Wenn Milchkühe 3 h nach Futtervorlage noch nicht liegen, kann dies z. B. auf eine zu geringe Anzahl an Fressplätzen oder in der Anbindehaltung auf zu schmale Stände hinweisen. Kühe, die
mit zwei Beinen in der Liegebox stehen, können eine falsche Nackenrohrpositionierung anzeigen. Kühe, die mit vier Beinen in der Liegebox stehen und sich verzögert ablegen, zeigen mögliche Schwächen in der Gestaltung der Liegeboxen und Qualität
der Liegeflächen auf. Liegen Kühe nur unvollständig oder sehr schräg in der Liegebox / auf dem Stand, sind häufig Fehleinstellungen der Boxeneinrichtung die Ursache. Spalten- bzw. Ganglieger (im Folgenden „Spaltenlieger“ genannt) zeigen fehlende
Kapazitäten, falsche Einstellungen der Liegeboxen oder aber eine fehlende Eingewöhnung junger Kühe an dieses Haltungssystem an.