Komplikationen nach Enthornung- Was und Warum?

Eingriffe bei Tieren bringen immer das Risiko von Komplikationen mit sich. Im Hinblick auf die Enthornung (Entfernung oder Verödung der Hornanlagen) handelt es sich um schmerzhafte Entzündungen im Bereich der Hornanlage bzw. um die Entstehung von Stummel- oder Krüppelhörnern. Letztere können das Tier selbst beeinträchtigen, wenn das Horn zum Beispiel auf den Schädel drückt. Darüber hinaus können unvollständig enthornte Tiere anderen Tieren in der Gruppe Verletzungen zufügen. Eine eventuell notwendige Amputation des Horns beim erwachsenen Tier verursacht erhebliche Schmerzen.
Risikofaktoren sind eine nicht fachgerechte Durchführung der Enthornung, z. B. durch technische Mängel, zu geringe Temperatur, zu kurze oder zu lange Dauer des Ausbrennvorgangs, falschen Ansatz des Brenngeräts, zu späte Durchführung (Hornanlage bereits zu groß), Abwehrbewegungen des Kalbes (fehlende Anästhesie) sowie Verschmutzung des gebrannten Bereichs.
Die Enthornung mit Hilfe von Ätzstiften ist verboten. In der Regel erfolgt das Veröden der Hornanlage unter Sedierung, mit lokaler Betäubung und Gabe von Schmerzmitteln.

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