Gehalt somatischer Zellen in der Milch - Was und Warum?

Dieser Indikator informiert über den Anteil euterkranker und eutergesunder Milchkühe im Bestand. Der Gehalt an somatischen Zellen in der Milch ist ein bewährter Indikator für den Eutergesundheitsstatus einer Kuh. Erhöhte Zellzahlen geben Aufschluss über Entzündungsprozesse in der Milchdrüse. Klinische Mastitiden können zu Schmerzen beim Tier führen, chronisch-subklinische Mastitiden zu einer Daueraktivität des Immunsystems sowie zu Schädigungen des milchgebenden Gewebes und infolgedessen zu Milchleistungseinbußen.
Die Betrachtung der Zellzahlklassen ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Eutergesundheitsmanagement. Neben klinischen Mastitiden können damit auch subklinische Mastitiden erkannt werden, die in vielen Herden häufiger auftreten als klinische.
Bekannte Risikofaktoren sind einerseits Neuinfektionen, z. B. durch Mängel in der Melk- oder Stallhygiene sowie in der Melktechnik, und andererseits die Schwächung der körpereigenen Abwehrlage der Kühe durch Stoffwechselstörungen, chronischen Stress, z. B. durch begrenzt verfügbare Ressourcen (unter anderem Futter- oder Liegeplätze), oder groben Umgang mit den Tieren.

» Erläuterungen