Verwürfe und Ursachen
Nicht schlachtfähige und genussuntaugliche Tiere werden sich häufig am Ende der Legeperiode in einem schlechten Ernährungs- und Gesundheitszustand befunden haben. Ein hoher Anteil abgemagerter Tiere weist auf unzureichende Ernährung oder Erkrankungen hin. Ursachen für große Verletzungen und eitrige Infektionen können Kannibalismus oder infektiöse Erkrankungen gewesen sein. Sofern möglich sollten Verwurfsursachen differenziert ausgewertet werden, um im nächsten Durchgang Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
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Datenerhebung:
Nach Ende jedes Durchgangs werden die Schlachthofrückmeldungen ausgewertet. Hierfür werden die Anzahl verworfener Tiere und die Anzahl Tiere mit spezifischen Verwurfsursachen separat betrachtet. Die verworfenen Tiere werden häufig auch als "nicht schlachtfähige" oder "genussuntaugliche" Tiere bezeichnet. Zu den spezifischen Verwurfsursachen bei Legehennen gehören z.B. Abmagerung (Kachexie), Wasserbauch (Aszites), Umfangsvermehrung (Neoplasie) oder Entzündungen (akut/chronisch). Falls Ihr Schlachthof standardmäßig keine Anteile verworfener Tiere oder spezifische Verwurfsursachen angibt, bitten Sie ihn zukünftig um eine detailliertere Darstellung der routinemäßig am Schlachthof erhobenen Tierwohlindikatoren.
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Dokumentation:
Zur Dokumentation des Tierschutzindikators "Verwürfe und Ursachen" können Sie Ihre bisherigen Auswertungslisten weiterhin nutzen, allerdings müssen ggf. Spalten für die spezifischen Verwurfsursachen ergänzt werden. Alternativ
stehen Ihnen im Abschnitt ("Wozu Ergebnisse dokumentieren") in der
Kurs-Übersicht ein Erhebungsformular oder die Excel-Anwendung
Tierschutzindikatoren zur Verfügung (siehe Abbildung).

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Auswertung:
Die Gesamtzahl verworfener Tiere wird aus der Schlachthofauswertung entnommen und im Anschluss mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 33) ausgewertet: Zählen Sie alle im jeweiligen Durchgang verworfenen Tiere zusammen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Gesamtzahl der angelieferten Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um den Anteil insgesamt verworfener Tiere
in Prozent zu erhalten (A). Führen Sie die genannten Rechenschritte ebenfalls für die spezifischen Verwurfursachen durch (B).

