Einige der Indikatoren, die halbjährlich im Stall erhoben werden, sollten an einer von der Bestandsgröße abhängigen Stichprobe erhoben werden. Diese Indikatoren können an derselben  Stichprobe erhoben werden. Die Stichprobe sollte anteilig aus den verschiedenen Ställen und Buchten gezogen werden. Die vorgeschlagene Stichprobengröße ist eine Mindestempfehlung. Sofern Sie mehr Tiere beurteilen, führt dies zu präziseren Aussagen über die Situation im Bestand.

Tiere in Krankenbuchten werden nicht mit erhoben und nicht in die Aus- bzw. Bewertung einbezogen. Eine bereits erfolgte Separierung erkrankter Tiere weist darauf hin, dass das Problem erkannt worden ist und das betroffene Tier behandelt wird.

Vorgehensweise:

1. Ermitteln Sie ihre Gesamtstichprobengröße anhand der untenstehenden Tabelle.

Bei Bestandsgrößen zwischen den angegebenen Zahlen sind entsprechende Zwischenwerte für die Stichprobengröße abzuleiten.

Stichprobengröße in Abhängigkeit von der Bestandsgröße (©Welfare Quality®, 2009, verändert)



2. Verteilen Sie die Stichprobengröße anteilig auf alle Mastrindergruppen ihres Betriebes (z.B. verschiedene Haltungssysteme und Mastabschnitte).

Beispiel für die Aufteilung der Stichprobe auf verschiedene Buchten:


Hier finden Sie ein Rechenbeispiel mit allen Schritten der Stichprobenziehung und -verteilung:

Rechenbeispiel Stichprobenziehung


Hinweise:
  • Die zu beurteilenden Mastrinder werden so zufällig wie möglich durch Abzählen aus den fressenden, stehenden und liegenden Mastrindern einer Bucht ausgewählt.
  • Die Beurteilung der Mastrinder erfolgt vom Futtertisch aus, die Buchten werden nicht betreten. In der Regel unterschätzt man dadurch zwar die tatsächliche Häufigkeit des Auftretens einiger Indikatoren, jedoch wird diese Vorgehensweise aufgrund der Arbeitssicherheit empfohlen.


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Zuletzt geändert: Mittwoch, 14. Juli 2021, 13:38