Wann und wie oft macht man das?

Halbjährlich, zur Mitte Sommer- und Winterhalbjahr, erheben und auswerten.


Welche und wie viele Tiere schaut man sich an?

Beurteilen Sie bis zu einer Herdengröße von 30 Tieren alle Tiere. Darüber hinaus können Sie eine herdengrößenabhängige Stichprobe auswählen, die alle Gruppen laktierender sowie trockenstehender Kühe einer Herde anteilig berücksichtigt (siehe Kapitel "Anleitung Stichprobenziehung").


Praktische Hinweise:
Wählen Sie die zu beurteilenden Kühe so zufällig wie möglich, durch Abzählen in allen Stallbereichen aus den fressenden, stehenden und liegenden Kühen aus. Alternativ können Sie die Kühe, wenn ein Fressgitter vorhanden ist und die Tiere regelmäßig darin fixiert werden, im Fressgitter fixiert, auswählen und beurteilen. Die zu beurteilende Anzahl laktierender Kühe können Sie auch im Melkstand zufällig auswählen und mit einem Viehzeichenstift kennzeichnen, sodass sie für eine spätere Beurteilung im Stall leichter erkannt werden können. 
Erheben Sie bei einem Tier die Indikatoren Körperkondition, Verschmutzung, Integumentschäden (inkl. Schwellungen), Schwanzschäden, Klauenzustand und Lahmheit möglichst vollständig und wechseln Sie dann zum nächsten Tier.
Zur besseren Übersicht darüber, welche Tiere Sie bereits beurteilt haben, empfiehlt es sich, die Tiere z.B. mit einem Viehzeichenstift zu markieren.

Wie beurteilt man seine Tiere?

1. Bewerten Sie die subkutane Fettauflage an vier Körperregionen auf der rechten Körperseite der Kuh (um nicht vom Pansenfüllstand beeinflusst zu werden), von schräg hinten, mit einem vereinfachten Body Condition Score. Achten Sie dabei auf

  • die Schwanzgrube,
  • den Lendenbereich,
  • die Querfortsätze,
  • die Sitz- und Hüftbeinhöcker, die Rippen und die Dornfortsätze.

Bewerten Sie je Körperregion, ob das Tier:

  • "normal" (Boniturnote 0),
  • "zu mager" (Boniturnote 1) oder
  • "zu fett" (Boniturnote 2) ist.

Die Beurteilungskriterien für Milchrassen und Zweinutzungsrassen finden Sie in den Tabellen:







2. Vergeben Sie aufgrund Ihrer Bewertung der vier Regionen für jedes Tier eine Gesamtbewertung.

Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:



Hinweis: Die Excel®-Anwendung "Tierschutzindikatoren-Erhebung" übernimmt die Zuordnung der Gesamtbeurteilung automatisiert aus den Eingaben der vier Körperregionen.



Ergebnis - Berechnen Sie für Ihre Herde:


  • Zählen Sie alle als A) „zu mager“ bzw. B) als "zu fett" beurteilten Tiere.
  • Dividieren Sie jeweils durch die Gesamtzahl der beurteilten Tiere.
  • Multiplizieren Sie mit 100, um A) den Prozentanteil der zu mageren Tiere bzw. B) der zu fetten Tiere zu erhalten.


Wie geht es weiter?


Um das Gelernte zu verfestigen, können Sie unter "zu den Übungen" weiteres Übungsmaterial finden.

Mit "zum nächsten Indikator" springen Sie weiter zum Indikator "Verschmutzung".

Zu den Übungen  Zur Kurs-Übersicht Zum nächsten Indikator


Zuletzt geändert: Dienstag, 9. März 2021, 10:55