Integumentschäden (inkl. Schwellungen)
Lernen Sie Schäden an den Gelenken und am Nacken Ihrer Milchkühe zu erfassen.
Hintergründe zur Bedeutung des Indikators finden Sie hier: Integumentschäden - Was und Warum?
Wann und wie oft macht man das?
Halbjährlich, zur Mitte Sommer- und Winterhalbjahr, erheben und auswerten.
Welche und wie viele Tiere schaut man sich an?
Beurteilen Sie bis zu einer Herdengröße von 30 Tieren alle Tiere.
Darüber hinaus können Sie eine herdengrößenabhängige
Stichprobe auswählen, die alle Gruppen laktierender sowie
trockenstehender Kühe einer Herde anteilig berücksichtigt (siehe Kapitel
"Anleitung Stichprobenziehung").
Praktische Hinweise:
Wählen Sie die zu beurteilenden Kühe so zufällig wie möglich, durch Abzählen in allen Stallbereichen aus den fressenden,
stehenden und liegenden Kühen aus. Alternativ können Sie die Kühe, wenn ein Fressgitter vorhanden ist und die Tiere regelmäßig darin fixiert werden, im Fressgitter fixiert, auswählen und beurteilen. Die zu beurteilende Anzahl laktierender Kühe können
Sie auch im Melkstand zufällig auswählen und mit einem Viehzeichenstift kennzeichnen, sodass sie für eine spätere Beurteilung im Stall leichter erkannt werden können.
Erheben Sie bei einem Tier die Indikatoren Körperkondition, Verschmutzung, Integumentschäden
(inkl. Schwellungen), Schwanzschäden, Klauenzustand und Lahmheit möglichst vollständig und wechseln Sie dann zum nächsten Tier.
Zur besseren Übersicht darüber, welche Tiere Sie bereits beurteilt haben, empfiehlt es sich, die Tiere z.B. mit einem
Viehzeichenstift zu markieren.
Wie beurteilt man seine Tiere?
Beurteilen Sie das Sprung- und Vorderfußwurzelgelenk sowie den Nacken einer zufällig ausgewählten Körperseite aus maximal 2 m Entfernung.
Erfassen Sie mindestens 2 cm (in Länge oder Durchmesser; > 10-Cent-Stück oder in etwa Daumennagelgröße) große Wunden (frische Verletzungen) oder Krusten oder im Vergleich zum Normalzustand (mit dem bloßen Auge) erkennbare Schwellungen (Umfangsvermehrungen).
Wenn möglich, beurteilen Sie auf der gleichen Körperseite das Sprung- und Vorderfußwurzelgelenk. Beurteilen Sie das Sprunggelenk auch auf der Innenseite auf das Vorhandensein von Wunden/Krusten und Schwellungen. Dazu können Sie auch die Innenseite des gegenüberliegenden Beines betrachten.
Achten Sie auf diese Körperregionen:
Notieren Sie das Auftreten
von Schäden je Körperregion.
Sobald eine Wunde/Kruste oder eine deutlich erkennbare Umfangsvermehrung an den Gelenken oder am Nacken sichtbar ist, vergeben Sie die Boniturnote 1 für die jeweilige Körperregion und das jeweilige Tier.
Beispiele für das Auftreten von Schäden:
Ergebnis - Berechnen Sie für Ihre Herde:
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Zählen Sie alle Tiere, die mindestens eine Wunde/Kruste oder Schwellung an den Gelenken oder am Nacken haben (hat ein Tier mehr als nur eine Wunde/Kruste oder Schwellung wird es nur einmal gewertet).
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Dividieren Sie durch die Gesamtzahl der beurteilten Tiere.
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Multiplizieren Sie mit 100, um den Prozentanteil der Tiere mit Integumentschäden an den Gelenken bzw. am Nacken zu erhalten.
Hinweise:
- Um eine gezielte Schwachstellenanalyse zu ermöglichen, empfiehlt es sich, das Ergebnis getrennt für jede Körperregion (Sprung-, Vorderfußwurzelgelenk und Nacken) und getrennt nach Wunden/Krusten bzw. Schwellungen zu errechnen.
- Bei horntragenden Tieren wird empfohlen, Hornstoßverletzungen zusätzlich zu erfassen. Dazu kann z. B. der Leitfaden der Universität Kassel „Werkzeugkasten für die Haltung horntragender Milchkühe im Laufstall“ (2019) genutzt werden.
- Für Tiere in Anbindehaltung sollten Verletzungen im Hals- und Nackenbereich, die durch die Anbindevorrichtung verursacht wurden, beachtet werden.
Wie geht es weiter?
Um das Gelernte zu verfestigen, können Sie unter "zu den Übungen" weiteres Übungsmaterial finden.
Mit "zum nächsten Indikator" springen Sie weiter zum Indikator "Schwanzschäden".
