Wann und wie oft macht man das?

Halbjährlich, zur Mitte Sommer- und Winterhalbjahr, erheben und auswerten.

Hinweis: Die Prüfung der Wasserversorgung im Rahmen der täglichen Routinekontrolle ist durch diese halbjährliche Kontrolle nicht ersetzbar. Routinemäßig sollte auch die Sauberkeit von Tränken und Tränkewasser überprüft werden.


Welche und wie viele Tränken schaut man sich an?

Erfassen Sie alle Tränken. 


Praktische Hinweise:

Da Zapfentränken keine artgemäße Wasseraufnahme ermöglichen, wird der Nachlauf grundsätzlich als unzureichend eingestuft und diese Tränken nicht weiter berücksichtigt.

Hilfreich für die Erfassung sind Eimer mit Skala und Messbecher in entsprechender Größe (passend zu der jeweiligen Tränke).



Wie geht man vor?

  1. Prüfen Sie jede Tränke auf Funktionsfähigkeit und ausreichenden, stark strömenden Wassernachfluss:
  • Öffnen Sie das Tränkeventil und ermitteln Sie die Menge des ausströmenden Wassers, z.B. über einen Zeitraum von 30 oder 60 Sekunden.
  • Dabei sollten Einzeltiertränken (z.B. Schalentränken oder kleinere Trogtränken) eine erforderliche Mindestdurchflussmenge von 10 l/Minute aufweisen und Tränken, an denen gleichzeitig mehrere Tiere trinken können, eine Mindestdurchflussmenge von 20 l/Minute.
  • Bei Trogtränken mit großem Vorratsbehälter (Tränken für mehrere Tiere), die ausreichend mit Wasser gefüllt sind, prüfen Sie die Funktionsfähigkeit des zügigen Wassernachflusses. Sie müssen die genaue Nachflussgeschwindigkeit nicht zwingend ermitteln.

Die Durchflussrate einer Tränke ist unzureichend, wenn die folgenden Mindestanforderungen nicht erfüllt werden:



      2. Prüfen Sie, ob die Anzahl der Tränkestellen mit ausreichender Durchflussrate innerhalb einer Tiergruppe angemessen ist:

  • Erfassen Sie für jede Tiergruppe die Tierzahl und die Anzahl der Tränkestellen mit ausreichender Durchflussrate.
  • Die Anzahl Tränkestellen ist unzureichend, wenn die in der Tabelle aufgeführten Mindestanforderungen nicht erfüllt werden. In Gruppen mit ≤ 20 Kühen sollten 2 Tränkestellen vorhanden sein, die sowohl technisch als auch räumlich voneinander getrennt sind. Für je 20 weitere Kühe sollte eine zusätzliche Tränkestelle vorgehalten werden, die ebenfalls technisch und räumlich von den anderen getrennt sein muss.
  • Eine Tränke, die länger als eine Kuhlänge (bei Holsteinkühen ca. 240 cm) ist, kann als zwei Tränkestellen angesehen werden. Gleiches gilt für Trogtränken, die - baulich voneinander abgetrennt - von zwei gegenüberliegenden Seiten zugänglich sind.

Vergleichen Sie mit der untenstehenden Tabelle, ob die Tiere jeder Gruppe ausreichend mit Wasser versorgt sind.



Für Rinder in Anbindehaltung muss sichergestellt werden, dass jedes Tier Zugang zu einer Tränke mit ausreichender Durchflussrate hat. Empfohlen wird ein Tier:Tränken-Verhältnis von 1:1.


Ergebnis - Berechnen Sie für Ihre Herde:

Ermitteln Sie den Anteil der Tiere, die unzureichend mit Tränkewasser versorgt sind:

  • Zählen Sie alle Tiere in Gruppen in der die Anzahl Tränkestellen oder die Anzahl Tränkestellen mit entsprechender Durchflussrate zu gering ist.
  • Dividieren Sie durch die Gesamtzahl aller Tiere.
  • Multiplizieren Sie mit 100, um den Prozentanteil unzureichend mit Tränkewasser versorgter Tiere zu erhalten.

Wie geht es weiter?

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Zuletzt geändert: Dienstag, 9. März 2021, 10:57