Wann und wie oft macht man das?

Werten Sie Ihren jeweils aktuellen MLP-Bericht monatlich aus, mindestens aber einmal jährlich die Ergebnisse der 11 MLP-Berichte eines Jahres.

Welche und wie viele Tiere schaut man sich an?

Werten Sie diese für alle laktierenden, milchleistungsgeprüften Kühe in den ersten 100 Laktationstagen (Frühlaktation) aus.


Wie geht man vor?

Die Berechnung erfolgt auf Basis der Ergebnisse der monatlichen MLP-Berichte. Betrachten Sie die einzeltierbezogenen Milchinhaltsstoffe (Fett- und Eiweißgehalt) bei allen Milchkühe in den ersten 100 Laktationstagen.

Erfassen Sie alle Milchkühe in den ersten 100 Laktationstagen mit einem Fett-Eiweiß-Quotient (FEQ) in der Milch von:

A) ≥ 1,5 (Verdacht auf Energiemangel, "subklinische Ketose") und

B) < 1,0 (Verdacht auf Abweichungen in der Rohfaserversorgung, „subklinische Azidose“).

Notieren Sie ebenfalls die Anzahl Milchkühe in den ersten 100 Laktationstagen je Monat.

Gehen Sie für alle Monate genauso vor.

Für das Jahresergebnis wird der Mittelwert aus den 11 monatlichen MLP-Berichten eines Jahres errechnet. Diese Kennzahlen zur Beurteilung der Stoffwechselgesundheit werden im Rahmen der monatlichen MLP von den Landeskontrollverbänden automatisch und somit ohne Mehraufwand für die Betriebe berechnet und sind im „Q Check-Report“ (https://infothek.q-check.org/) als bereits errechnete Zahlen zu finden.

Hier finden Sie ein Beispiel für das Auszählen eines MLP-Berichtes:

Beispiel Fett-Eiweiß-Quotient.


Ergebnis - Berechnen Sie für Ihre Herde:

Rechengang je monatlicher MLP



  • Zählen Sie alle Kühe eines Monats in den ersten 100 Laktationstagen mit A) einem FEQ ≥ 1,5 bzw. B) FEQ < 1,0.
  • Dividieren Sie jeweils durch die Gesamtzahl der Kühe eines Monats in den ersten 100 Laktationstagen.
  • Multiplizieren Sie mit 100, um A) den Prozentanteil der Kühe mit Verdacht auf Energiemangel ("subklinische Ketose") bzw. B) Verdacht auf Abweichung in der Rohfaserversorgung ("subklinische Azidose") zu erhalten.
  • Gehen Sie für alle Monate genauso vor.


Jährlich

Berechnen Sie für das Jahresergebnis den Mittelwert für A) und B) aus den jeweiligen 11 Monatsergebnissen eines Jahres.


Hinweise:

  • Zur besseren Einschätzung der einzelbetrieblichen Situation bei Verdacht auf Abweichungen in der Rohfaserversorgung (FEQ < 1,0) empfehlen wir die Beachtung weiterer Indikatoren wie Kotkonsistenz, Wiederkauaktivität oder Pansenfüllstand.
  • Zur weiteren Absicherung des Verdachts auf Energiemangelsituationen (FEQ ≥ 1,5) können Angaben aus dem LKV-Ketosemonitoring (soweit verfügbar) sowie Schnelltests verwendet werden.
  • Zur differenzierteren Beurteilung der Versorgungssituation von Milchkühen anhand von Milchinhaltsstoffen kann das DLG Merkblatt 451 "Milchkontrolldaten zur Fütterungs- und Gesundheitskontrolle bei Milchkühen" von 2020 herangezogen werden.
  • In Betrieben mit kuhgebundener Kälberaufzucht oder Rassen mit hohen Milchinhaltsstoffen (z.B. Jersey oder Angler) können unabhängig von der Stoffwechselsituation Abweichungen im Fett-Eiweiß-Verhältnis auftreten.


Wie geht es weiter?

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Zuletzt geändert: Donnerstag, 11. März 2021, 08:52