Die äußere Eiqualität kann durch Veränderungen der Eischale wie Auflagerungen oder Dünnschaligkeit, Risse, Brüche und Schmutz beeinträchtigt sein. Ein hoher Anteil an sogenannten Sekundaeiern (B-Ware), kann auf tierschutzrelevante Gesundheits- und Verhaltensprobleme hinweisen, z.B.: Bluteier (Kloakenpicken), Blutpunkte (Milbenbefall), Schmutzeier (Nestverschmutzung), Brucheier (Kalziummangel) oder Windeier (Infektionen). Zur effektiven Planung von Managementmaßnahmen bei erhöhtem Sekundaanteil ist es sinnvoll, neben der Anzahl Sekundaeier auch die jeweilige Verwurfsursache zu erfassen.


  • Datenerhebung:

Die tägliche Anzahl von Sekundaeiern wird in den meisten Betrieben routinemäßig erfasst, da diese zu den wichtigsten Produktionskennzahlen gehört. Zu den Sekundaeiern zählen alle Eier, die nicht vermarktungsfähig sind oder nur mit Abschlägen an die Verarbeitungsindustrie verkauft werden können (z.B. Knickeier, Brucheier, Schmutzeier, Bluteier oder Eischalendeformationen). Für die betriebliche Eigenkontrolle wird der wöchentliche Sekundaanteil verwendet, da die täglich gelegten Sekundaeier stark schwanken können und somit nicht aussagekräftig genug sind. Darüber hinaus wird die Abweichung des aktuellen Sekundaanteils von der Vorwoche in Prozentpunkten berechnet, um einen plötzlichen Anstieg der Sekundaeier erkennen zu können.


  • Dokumentation:

Zur Dokumentation des Tierschutzindikators "Äußere Eiqualität" können Sie Ihre bisherigen Stalllisten weiterhin nutzen, allerdings müssen darin ggf. Spalten für die verschiedenen Verwurfsursachen ergänzt werden. Alternativ stehen Ihnen im Abschnitt ("Wozu Ergebnisse dokumentieren") in der Kurs-Übersicht ein Erhebungsformular oder die Excel-Anwendung Tierschutzindikatoren zur Verfügung (siehe Abbildung).



  • Auswertung:

Die Gesamtzahl gelegter Eier wird täglich erhoben und einmal in der Woche mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 27) ausgewertet. Berechnen Sie die Anzahl der in der jeweiligen Lebenswoche erfassten Sekundaeier und dividieren Sie diesen Wert durch die Gesamteierzahl pro Woche. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um den wöchentlichen Sekundaanteil in Prozent zu erhalten (A). Führen Sie diese Rechenschritte auch für die jeweiligen Verwurfsursachen der Sekundaeier durch (B). Zusätzlich berechnen Sie die Abweichung des aktuellen Sekundaanteils von der Vorwoche in Prozentpunkten, in dem Sie den wöchentlichen Sekundaanteil der Vorwoche vom aktuellen wöchentlichen Sekundaanteil subtrahieren (C). Hinweis: Prozentpunkte = Differenz zwischen zwei Prozentangaben.




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