Veränderungen wie Brüche und Deformationen des Brustbeins können durch Kollisionen mit der Haltungseinrichtung und durch Druckbelastung beim Ruhen auf den Sitzstangen entstehen. Ersteres vor allem, wenn die Tiere die Haltungseinrichtung nicht aus der Aufzucht kennen. Darüber hinaus können sie durch Osteoporose (Knochenschwund) durch erhöhten Kalziumentzug aus den Knochen begünstigt werden. Brustbeinveränderungen führen in Abhängigkeit vom Schweregrad zu Schmerzen und Verhaltenseinschränkungen, da die Muskulatur zur Bewegung der Flügel am Brustbein ansetzt.


  • Datenerhebung:

Der Tierschutzindikator "Brustbeinschäden" wird anhand einer Stichprobe von 50 Tieren je Herde erhoben. Die Beurteilung sollte nach Möglichkeit in der 4., 12. und 16. Lebenswoche im Aufzuchtstall, zum Zeitpunkt des Einstallens der Legehennen in den Legestall sowie ab der 25. Lebenswoche alle 10 Wochen durchgeführt werden. Das Ausmaß der Brustbeinschäden wird durch Betasten mit Daumen und Zeigefinger rechts und links des Brustbeinkiels von vorne nach hinten beurteilt. Die Brustbeinspitze, ca. 1,5 cm des hinteren Teils des Brustbeins, wird aufgrund der schwierigen Beurteilbarkeit nicht in die Untersuchungen einbezogen.


  • Boniturschema:

Die Beurteilung der Brustbeinschäden erfolgt durch die Vergabe von 3 Boniturnoten (0, 1, 2). Wenn Brustbeinschäden vorhanden sind, entscheidet sich anhand der Größe der Abweichung (Schwellenwert 1 cm) oder dem Auftreten einer fühlbaren Knochenauflagerung (Kallus ja/nein), ob Boniturnote 1 oder 2 vergeben wird. Bei Grenzfällen zwischen zwei Boniturnoten wird die bessere Note gegeben.



  • Tipps zur Tierbeurteilung:

In diesem Abschnitt finden Sie ergänzende Informationen zu der Einteilung der Körperregionen und zusätzliches Bildmaterial zu den einzelnen Boniturstufen des Tierschutzindikators "Brustbeinschäden" bei Jung- und Legehennen. Darüber hinaus erhalten Sie nützliche Hinweise zur Beurteilung der Hennen in Grenz- und Sonderfällen. Zur Ansicht dieser Praxistipps klicken Sie bitte auf die Buttons "Körperregionen" bzw. "Zusatzmaterial".


Körperregionen          Zusatzmaterial


  • Auswertung:

Die Anzahl an Tieren mit Brustbeinschäden wird zu den oben genannten Zeitpunkten erhoben und im Anschluss mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 24) ausgewertet. Zählen Sie alle betroffenen Tiere (Boniturnoten 1 + 2) aus der Stichprobe zusammen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Zahl der beurteilten Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um den Anteil der insgesamt betroffenen Tiere in Prozent zu erhalten. Führen Sie die genannten Rechenschritte ebenfalls für alle schwer betroffenen Tiere (Boniturnote 2) durch.




  • Übungsmodul:

In diesem Abschnitt können Sie spezifische Übungsfragen zur Vertiefung des gelernten Wissens beantworten und sich somit optimal auf den Test am Ende der Online-Schulung vorbereiten. Klicken Sie zur Absolvierung der Modulinhalte bitte auf den Button "Übungsfragen". Zum Nachschlagen der jeweiligen Boniturstufen können Sie das Boniturschema in einem neuen Fenster öffnen. Klicken Sie hierfür auf den Button "Boniturschema".


Übungsfragen          Boniturschema


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