Gewichtsentwicklung und Uniformität stehen in engem Zusammenhang mit der Tiergesundheit und Ernährung der Hennen. Ein zu niedriges Körpergewicht ist je nach Ausmaß ein Indikator für eine mehr oder weniger unangemessene Ernährung der Hennen. Für eine gute Körperkondition spielt nicht nur die Menge des Futters, sondern seine Zusammensetzung, Zugänglichkeit und die Akzeptanz durch die Hennen eine Rolle. Das durchschnittliche Körpergewicht sollte im Sollgewicht der Gewichtstabellen der Zuchtfirmen liegen. Dabei sollten möglichst keine Tiere deutlich unterhalb des Sollgewichts (- 10 %) liegen. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Uniformität zu berechnen, um ein potentielles Auseinanderwachsen der Herde zu erkennen.


  • Datenerhebung:

Ermittlung der Gewichtsentwicklung durch manuelles Wiegen einer Stichprobe von mindestens 50 Tieren. Eine größere Stichprobe erhöht dabei die Aussagekraft der ermittelten Ergebnisse. Manuelle Wiegungen einer Stichprobe sollten mindestens in der 4., 12. und 16. Lebenswoche im Aufzuchtstall, zum Zeitpunkt des Einstallens der Legehennen in den Legestall sowie ab der 25. Lebenswoche alle 10 Wochen durchgeführt werden. Zusätzlich sollte das Gewicht der Legehennen noch einmal kurz vor der Schlachtung kontrolliert werden, um das Tierwohl zum Ende der Haltungsperiode einschätzen zu können. Die Wiegungen im Legestall sollten möglichst nach der täglichen Hauptlegephase erfolgen. In jedem Durchgang sollte eine Kontrollwiegung durch das Wiegen eines bekannten Gewichts durchgeführt werden, um die korrekte Gewichtserfassung zu überprüfen.


  • Beurteilung: 

Das Gewicht der Tiere kann mit Hilfe einer einfachen Standwaage oder an einer Hängewaage mit angehängtem Eimer (siehe Abbildung) ermittelt werden. Die Einzeltiergewichte werden dabei handschriftlich notiert oder von der Waage gespeichert. Die relevanten Kennzahlen werden im Anschluss berechnet bzw. bei Waagen mit Auswertungsoptionen ausgelesen.



  • Auswertung:

Im Anschluss an die manuellen Wiegungen werden die Kennzahlen Sollgewichtserfüllung, Uniformität und Anteil zu leichter Tiere mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 29) berechnet. Bezugsgröße für die Sollgewichtserfüllung ist das Sollgewicht der Legehennen in der jeweiligen Lebenswoche. Diese Kennzahlen können Sie aus den Angaben der Zuchtfirmen zur Gewichtsentwicklung entnehmen.


A) Berechnen Sie das durchschnittliche Gewicht der Legehennen. Dividieren Sie den Mittelwert durch das Sollgewicht der Zuchtfirma in der jeweiligen Lebenswoche. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um die Sollgewichtserfüllung in Prozent zu erhalten.



B) Berechnen Sie die Anzahl Tiere in einem Korridor von ± 10 % vom durchschnittlichen Gewicht der Legehennen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Zahl der insgesamt gewogenen Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um die Uniformität in Prozent zu erhalten. 



C) Berechnen Sie die Anzahl Tiere unterhalb eines Korridors von - 10 % vom Sollgewicht der Legehennen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Zahl der insgesamt gewogenen Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um den Anteil zu leichter Tiere in Prozent zu erhalten.



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