Hautverletzungen entstehen bei Masthühnern insbesondere durch die Krallen anderer Tiere, z.B. wenn die Tiere bei Flucht oder Panik übereinander laufen. In Ausnahmefällen können Hautverletzungen auch durch gegenseitiges Bepicken, d.h. Kannibalismus, entstehen. Selbst bei oberflächlichen Hautverletzungen können Krankheitserreger in die Haut eindringen und zu großflächigen und schmerzhaften Entzündungsherden mit Eiterbildung im Unterhautgewebe führen. Gründe für vermehrte Hautverletzungen sind hohe Besatzdichten, hohe Stalltemperaturen, Schreckhaftigkeit sowie geringe Befiederung.


  • Datenerhebung:

Der Tierschutzindikator "Hautverletzungen" wird anhand einer Stichprobe von 50 Tieren je Herde erhoben. Die Beurteilung sollte nach Möglichkeit am Anfang der letzten Lebenswoche vor der Schlachtung erfolgen. Das Ausmaß der Hautverletzungen sollte bei guter Beleuchtung (ggf. Stirnlampe) und unter Zurückstreichen der Federn ermittelt werden. Zur Dokumentation des Tierschutzindikators stehen Ihnen im Abschnitt ("Wozu Ergebnisse dokumentieren?") in der Kurs-Übersicht ein Erhebungsformular oder die Excel-Anwendung Tierschutzindikatoren zur Verfügung.


  • Boniturschema:

Die Beurteilung der Hautverletzungen erfolgt durch die Vergabe von 3 Boniturnoten (0, 1, 2) für die Körperregionen Flügel, Rücken, Bauch sowie Oberschenkel. Wenn Hautverletzungen vorhanden sind, entscheidet sich anhand der Größe (Schwellenwert 0,3 cm) oder der Art der Verletzung (Kratzer ja/nein), ob Boniturnote 1 oder 2 vergeben wird. Bei Grenzfällen zwischen zwei Boniturnoten wird die bessere Note gegeben. Dokumentiert wird die Boniturnote der am schlechtesten bewerteten Körperregion.

  • Auswertung:

Die Anzahl an Tieren mit Hautverletzungen wird zu den oben genannten Zeitpunkten erhoben und im Anschluss mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 38) ausgewertet. Zählen Sie alle betroffenen Tiere (Boniturnoten 1 + 2) aus der Stichprobe zusammen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Zahl der beurteilten Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um den Anteil der insgesamt betroffenen Tiere in Prozent zu erhalten. Führen Sie die genannten Rechenschritte ebenfalls für alle schwer betroffenen Tiere (Boniturnote 2) durch.






  • Übungsmodul:

In diesem Abschnitt können Sie spezifische Übungsfragen zur Vertiefung des gelernten Wissens beantworten und sich somit optimal auf den Test am Ende der Online-Schulung vorbereiten. Klicken Sie zur Absolvierung der Modulinhalte bitte auf den Button "Übungsfragen". Zum Nachschlagen der jeweiligen Boniturstufen können Sie das Boniturschema in einem neuen Fenster öffnen. Klicken Sie hierfür auf den Button "Boniturschema".


Übungsfragen          Boniturschema


<< Vorherige Lektion            Zur Kurs-Übersicht             Nächste Lektion >>