Fersenhöckerveränderungen (Schlachtung)
Hautschäden an den Fersenhöckern werden durch höhere Gewichte und fortschreitendes Alter der Tiere, bei Kontakt mit zu feuchter Einstreu und dem - unter anderem aus Harnstoff entstehenden - Ammoniak begünstigt. Insbesondere bei langen Liegezeiten können zunächst dunkle Verfärbungen und Entzündungen entstehen. In späteren Stadien können sich darus abgestorbene (nekrotische) Bereiche entwicklen, die bis in tiefe Hautschichten reichen (sogenannte "Hock burns"). Die Fersenhöckerveränderungen werden von manchen Schlachthöfen nicht zurückgemeldet, daher empfiehlt es sich, diesen Indikator zusätzlich im Stall zu erheben.
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Datenerhebung:
Nach Ende jedes Durchgangs werden die Schlachthofrückmeldungen ausgewertet. Hierbei werden die mit Fersenhöckerveränderungen assoziierten Verwurfskategorien wie "Hock burns" oder "Kontaktdermatitis Fersen" betrachtet. Falls Ihr Schlachthof standardmäßig keine Anzahl an Tieren mit Fersenhöckerveränderungen angibt, bitten Sie ihn zukünftig um eine detailliertere Darstellung der routinemäßig am Schlachthof erhobenen Tierschutzindikatoren. Werden die Fersenhöckerveränderungen nicht zurückgemeldet, sollte im Betrieb kurz vor Ausstallung der Herde eine Bonitierung bezüglich Fersenhöckerveränderungen durchgeführt werden.
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Dokumentation:
Zur Dokumentation des Tierschutzindikators "Fersenhöckerveränderungen" können Sie Ihre bisherigen Schlachthofauswertungslisten weiterhin nutzen, allerdings müssen ggf. Spalten für diese Kategorie ergänzt werden. Alternativ stehen Ihnen im Abschnitt ("Wozu Ergebnisse dokumentieren") in der Kurs-Übersicht ein Erhebungsformular oder die Excel-Anwendung Tierschutzindikatoren zur Verfügung (Beispieldokument siehe Abbildung).
Auswertung:
Die Gesamtzahl Tiere mit Fersenhöckerveränderungen wird aus der Schlachthofrückmeldung entnommen und im Anschluss mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 39) ausgewertet. Zählen Sie alle im jeweiligen Durchgang aufgrund von Fersenhöckerveränderungen auffällig gewordenen Tiere zusammen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Gesamtzahl der angelieferten Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um den Anteil Tiere mit Fersenhöckerveränderungen in Prozent zu erhalten.


