Tierverluste setzen sich aus im Stall verendeten und gemerzten Tieren zusammen. Da den Tierverlusten in der Regel starke Beeinträchtigungen des Wohlergehens vorausgehen, ist die Höhe der Tierverluste ein wichtiger Tierschutzindikator. Zur effektiven Planung von betrieblichen Managementmaßnahmen bei erhöhten Tierverlusten ist es sinnvoll, neben der Anzahl toter Tiere auch die jeweilige Todesursache zu erfassen. Tierverluste können z.B. durch Unfälle (bspw. Erdrücken, Verletzungen), Erkrankungen (bspw. Infektionen), Verdursten/Verhungern oder ggf. Beutegreifer entstehen. Die Mortalitätsrate je Durchgang sollte zum innerbetrieblichen Vergleich über mehrere Durchgänge herangezogen werden.

 
  • Datenerhebung:

Die verendeten Tiere werden mindestens zweimal täglich im Rahmen des routinemäßigen Stallrundgangs eingesammelt. Gehen Sie hierfür am besten immer zur gleichen Tageszeit durch den gesamten Stall und schauen Sie dabei in alle Bereiche des Stalls. Gleichzeitig werden dabei auch die aufgrund von Unfällen oder Erkrankungen gemerzten Mastputen erfasst. Notieren Sie die Anzahl an toten Tieren und die jeweilige Todesursache. Falls keine eindeutige Todesursache zu erkennen ist, wird das betreffende Tier bei "Sonstige Ursachen" eingetragen.

  • Dokumentation:

Zur Dokumentation des Tierschutzindikators "Tierverluste" können Sie Ihre bisherigen Stalllisten weiterhin nutzen, allerdings müssen darin ggf. Spalten für die möglichen Todesursachen ergänzt werden. Alternativ stehen Ihnen im Abschnitt ("Wozu Ergebnisse dokumentieren") in der Kurs-Übersicht ein Erhebungsformular oder die Excel-Anwendung Tierschutzindikatoren zur Verfügung (siehe Abbildung).

  • Auswertung:

Die Gesamtzahl verendeter und gemerzter Tiere wird täglich erhoben und einmal pro Woche mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 64) ausgewertet. Zählen Sie alle in der jeweiligen Woche verendeten und gemerzten Tiere zusammen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Zahl der ursprünglich eingestallten Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um die wöchentliche Mortalitätsrate in Prozent zu erhalten (A). Führen Sie die genannten Rechenschritte jeweils auch für alle Tierverluste je Ursache durch (B). Berechnen Sie zusätzlich die Gesamtmortalitätsrate in der Aufzucht (C) bzw. der Mast (D), indem Sie die wöchentlichen Mortalitätsraten in den beiden Zeitabschnitten zusammenzählen.

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