Hautverletzung (Separierungen / Merzungen)
Hautverletzungen treten vorwiegend als Pick- und Kratzverletzungen auf und stellen einen Schaden am Tier dar, der mit Schmerzen einhergehen und Infektionen begünstigen kann. Die Verletzungen sind häufig an den Flügeln, am Rücken und Schwanz sowie an gering
bis nicht befiederten Hautpartien wie Kopf und Kopfanhängen, Hals, Nacken und der Kloake zu sehen. Insbesondere Verletzungen am Rücken treten vermehrt in Folge von Kratzverletzungen auf, die das Bepicken fördern und so zu großflächigen Hautverletzungen
führen können. Bepicken und Kratzverletzungen treten gehäuft bei gesteigerter Unruhe in der Herde auf.
-
Datenerhebung:
Die Tiere mit frischen Verletzungen werden mindestens
zweimal täglich im Rahmen des routinemäßigen Stallrundgangs erfasst und ggf. in
einem hierfür eingerichteten Krankenabteil separiert. Gehen Sie hierfür am
besten immer zur gleichen Tageszeit durch den gesamten Stall (mindestens 4 mal
längs durchlaufen) und schauen Sie dabei in alle Bereiche des Stalls.
Gleichzeitig werden auch die aufgrund von schweren Hautverletzungen gemerzten Mastputen
erfasst. Das Ausmaß von Hautverletzungen sollte zusätzlich an
einer Stichprobe erhoben werden, um auch kleinere Verletzungen erkennen zu können.
-
Dokumentation:
Zur Dokumentation des Tierschutzindikators "Hautverletzungen" können Sie Ihre bisherigen Stalllisten weiterhin nutzen, allerdings müssen darin ggf. eine Spalte für die aufgrund von Hautverletzungen separierten Mastputen ergänzt werden. Alternativ stehen Ihnen im Abschnitt ("Wozu Ergebnisse dokumentieren") in der Kurs-Übersicht ein Erhebungsformular oder die Excel-Anwendung Tierschutzindikatoren zur Verfügung (siehe Abbildung).

-
Auswertung:
Die Gesamtzahl der aufgrund von Hautverletzungen verendeten, separierten und gemerzten Tiere wird täglich erhoben und wöchentlich mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 57) ausgewertet. Zählen Sie alle in der jeweiligen Woche aufgrund von Hautverletzungen verendeten, separierten und gemerzten Tiere zusammen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Zahl der ursprünglich eingestallten Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um die wöchentliche Rate der aufgrund von Hautverletzungen verendeten, gemerzten und separierten Mastputen in Prozent zu erhalten.


