Brusthautveränderungen (Brustblasen, Brustknöpfe) stellen als Hautläsionen einen Schaden am Tier dar. Bei der Entstehung können sich anfänglich erste Druckstellen ausbilden, die sich dann verfestigen und entzünden. Eine Ursache ist das Ruhen der Tiere über einen längeren Zeitraum in Brustlage. Negativ wirken sich dabei eine harte und verschmutzte sowie nasse Einstreu aus. Vermehrte Liegezeiten sind u.a. auf Erkrankungen des Bewegungsapparates, hohe Umgebungstemperaturen, geringe Befiederung oder hohe Körpergewichte bei schnellwüchsigen Tieren zurückzuführen.


  • Datenerhebung:

Nach Ende jedes Durchgangs werden die Schlachthofrückmeldungen ausgewertet. Hierzu werden die Anzahl Tiere mit kleineren Brusthautveränderungen (Umfangsvermehrungen ≤ 5cm) und die Anzahl Tiere mit hochgradigen Brusthautveränderungen (Umfangsvermehrungen > 5cm) nach Geschlecht getrennt betrachtet. Falls Ihr Schlachthof standardmäßig keine Anzahl an Tieren mit Brusthautveränderungen angibt, bitten Sie ihn zukünftig um eine detailliertere Darstellung der routinemäßig am Schlachthof erhobenen Tierschutzindikatoren.


  • Dokumentation:

Zur Dokumentation des Tierschutzindikators "Brusthautveränderungen" können Sie Ihre bisherigen Schlachthofauswertungslisten weiterhin nutzen, allerdings müssen ggf. Spalten für diese Kategorie ergänzt werden. Alternativ stehen Ihnen im Abschnitt ("Wozu Ergebnisse dokumentieren") in der Kurs-Übersicht ein Erhebungsformular oder die Excel-Anwendung Tierschutzindikatoren zur Verfügung (siehe Abbildung).


  • Auswertung:

Die Gesamtzahl Tiere mit Brusthautveränderungen wird aus der Schlachthofrückmeldung entnommen und im Anschluss mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 70) ausgewertet. Zählen Sie alle im jeweiligen Durchgang aufgrund von Brusthautveränderungen auffällig gewordenen Tiere zusammen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Gesamtzahl der angelieferten Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um den Anteil Tiere mit Brusthautveränderungen in Prozent zu erhalten (A). Führen Sie die genannten Rechenschritte jeweils auch für die Anzahl Tiere mit hochgradigen Brusthautveränderungen durch (B).






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