Eine anhaltende Beanspruchung und Irritation der Fußballenhaut kann zu einer stärkeren Verhornung der Sohlen- und Zehenballen führen. Zusätzlich können oberflächliche Zusammenhangstrennungen der verhornten Fußballenhaut auftreten. Anfangs sind dunkle Farbveränderungen an der Fußballenhaut möglich, worauf tiefe Hautschäden (Läsionen) folgen können. Derartige Hautschäden können von Bakterien als Eintrittspforte genutzt werden und Entzündungen sowie Geschwüre hervorrufen. Zu den Einflussfaktoren der sogenannten Pododermatitis zählen Einstreufeuchtigkeit, Genetik, Geschlecht sowie das Alter der Tiere.


  • Datenerhebung:

Nach Ende jedes Durchgangs werden die Schlachthofrückmeldungen ausgewertet. Hierbei werden die Fußballenveränderungen oder auch "Fußballenläsionen", "foot pad dermatitis" oder "Kontaktdermatitis Fußballen" betrachtet. Falls Ihr Schlachthof standardmäßig keine Anzahl an Tieren mit Fußballenveränderungen angibt, bitten Sie ihn zukünftig um eine detailliertere Darstellung der routinemäßig am Schlachthof erhobenen Tierschutzindikatoren. Werden die Fußballenveränderungen nicht oder nur als gewichteter Score zurückgemeldet, sollte im Betrieb kurz vor Ausstallung der Herde eine Bonitierung bezüglich Fußballenveränderungen durchgeführt werden.


  • Dokumentation:

Zur Dokumentation des Tierschutzindikators "Fußballenveränderungen" können Sie Ihre bisherigen Schlachthofauswertungslisten weiterhin nutzen, allerdings müssen ggf. Spalten für diese Erkrankung ergänzt werden. Alternativ stehen Ihnen im Abschnitt ("Wozu Ergebnisse dokumentieren") in der Kurs-Übersicht ein Erhebungsformular oder die Excel-Anwendung Tierschutzindikatoren zur Verfügung (siehe Abbildung).


  • Auswertung:

Die Anzahl an Tieren mit Fußballenveränderungen wird aus der Schlachthofrückmeldung entnommen und im Anschluss mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 59) ausgewertet. Zählen Sie alle im jeweiligen Durchgang aufgrund von Fußballenveränderungen auffällig gewordenen Tiere zusammen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Gesamtzahl der angelieferten Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um den Anteil Tiere mit Fußballenveränderungen insgesamt in Prozent zu erhalten (A). Führen Sie die genannten Rechenschritte auch für die Tiere mit schweren Fußballenveränderungen durch (B).






<< Vorherige Lektion            Zur Kurs-Übersicht             Nächste Lektion >>