Anleitung zur Datenerhebung

  • Die hier beschriebenen Indikatoren beziehen sich auf Mastrinder ab 150 kg Lebendmasse.
  • Die Indikatoren wurden für Mastrinder in Stallhaltung und nicht in Freilandhaltung entwickelt.

Einen Vorschlag für eine fachlich sinnvolle Vorgehensweise zeigt Ihnen das Ablaufschema unten.

Ganz rechts (weiß hinterlegt) sehen Sie die Tierschutzindikatoren. Blassrot hinterlegt ist die Information, für welche und anhand wie vieler Tiere diese Indikatoren zu erheben sind. Und kräftig rot hinterlegt ist die Angabe, wann und wie oft diese Daten erhoben werden sollten. Detaillierter können Sie das in den Lektionen zu den einzelnen Indikatoren nachlesen.

Die Symbole im Ablaufschema werden in der Abbildung unten erläutert.

Wichtig: Die Erhebungszeitpunkte und -intervalle wurden hinsichtlich Praktikabilität, aber auch fachlich begründet vorgeschlagen. Sie sollten daher möglichst eingehalten werden. Die exakten Zeitpunkte können Sie dabei für Ihren Betrieb so festlegen, dass Sie diese in die betrieblichen Abläufe effizient integrieren können.

 

Was tun, wenn Ihre Ställe sehr unterschiedlich sind?

Für jede Stalleinheit, d.h. je Viehverkehrsverordnungs-Nummer ((VVVO-Nr.), soll eine betriebliche Eigenkontrolle durchgeführt werden.
Falls innerhalb einer Stalleinheit deutlich unterschiedliche Systeme, z.B. hinsichtlich Fütterung oder Haltung, vorhanden sind, wird empfohlen, für jede Stalleinheit eine gesonderte Erhebung durchzuführen. Denn nur so erhalten Sie auch für jede Stalleinheit eine eigene Auswertung. Falls Sie dies nicht möchten, sollten die verschiedenen Systeme bei den Datenerhebungen im Stall jeweils anteilig berücksichtigt werden. Beispiel: Wenn 20 % der Tiere in einem baulich wesentlich unterschiedlichen Stallteil gehalten werden, sollten auch 20 % aller zu untersuchenden Tiere aus diesem Stallteil gewählt werden.

 

Welche Materialien können im Stall nützlich sein?

  • Leitfaden "Tierschutzindikatoren für die Praxis - Rind, aktualisierte Auflage (2020)"
  • Erhebungsbögen (digital: Windows-Tablet oder Laptop mit Excel®-Anwendung "Tierschutzindikatoren-Erhebung"*, oder analog: Erhebungsformulare (Mastrind) siehe Leitfaden "Tierschutzindikatoren für die Praxis - Rind" mit Klemmbrett und Stift)
  • Eimer mit Skala und Messbecher in entsprechenden Größen (passend für die jeweiligen Tränken)
  • 10-Cent-Münze bzw. entsprechende Möglichkeit der Größenabschätzung
  • Längenmessgerät (z.B. Laser), falls Messungen im Stall vorgenommen werden, z.B. für Indikator Flächenangebot
  • Taschenlampe

*Als Hilfestellung für die Erfassung, Berechnung und Dokumentation Ihrer Ergebnisse wurde die Excel©-Anwendung "Tierschutzindikatoren-Erhebung" entwickelt. Damit können Sie Ihre Daten mittels Notebook oder Tablet direkt im Stall erfassen oder aber auch in Papierform: Dazu drucken Sie die Formulare der Excel©-Anwendung vorher aus. Zudem bietet die Excel©-Anwendung eine bequeme, automatisierte Berechnung Ihrer Ergebnisse und hilft Ihnen bei der Berechnung Ihrer Stichprobengröße.

 

Hinweis:

Sie können das Konzept auch für andere Produktionsrichtungen und Haltungssysteme, wie z.B. Mutterkuhhaltung, Freilandhaltung, Fresseraufzucht etc. verwenden. In diesem Fall wird empfohlen, eine Kombination verschiedener Indikatoren aus dem gesamten Leitfaden "Tierschutzindikatoren für die Praxis - Rind" zu verwenden (beispielsweise für Mutterkühe passende Indikatoren aus dem Kapitel 2 „Milchkühe“, für die Kälber oder Fresser analog Indikatoren aus dem Kapitel 3 „Aufzuchtkälber“) und diese um relevante Themenbereiche wie etwa Thermoregulierung (Unterstände bei Freilandhaltung, Sonnenschutz) oder Para-sitenmanagement zu ergänzen.

Weiter Informationen zur Excel©-Anwendung und den Link zum Download finden Sie im Kapitel  "Wozu Ergebnisse dokumentieren?".


Zur Kurs-Übersicht Zum Inhalt "Anleitung Stichprobenziehung"

Zuletzt geändert: Freitag, 13. Februar 2026, 12:24