Fußballenveränderungen (Pododermatitis), treten vorwiegend an den Sohlenballen, in schweren Fällen auch an den Zehenballen auf. Die zu Beginn durch anhaltende Beanspruchung und Irritation der Haut hervorgerufene vermehrte Verhornung kann sich im weiteren Verlauf zu entzündlichen, dunkel gefärbten Veränderungen mit Verlust der oberen Hautschichten (Ulzerationen) weiterentwickeln. Zu den Einflussfaktoren für die Entstehung der Fußballenveränderungen zählen maßgeblich Einstreufeuchtigkeit, Einstreuart, Besatzdichte, Fütterung, Klimabedingungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Zudem werden der Genetik, dem Geschlecht und dem Alter der Tiere beeinflussende Effekte zugesprochen.

 
  • Datenerhebung:

Der Tierschutzindikator "Fußballenveränderungen" wird anhand einer Stichprobe von 50 Tiere je Herde erhoben. Die Beurteilung sollte nach Möglichkeit in der 4. oder 5. Lebenswoche im Aufzuchtstall sowie in der 12. und 16. Lebenswoche im Maststall durchgeführt werden. Das Ausmaß der Fußballenveränderungen sollte bei guter Beleuchtung (ggf. Stirnlampe) und ggf. nach vorsichtiger Entfernung von anhaftendem Kot sowie Einstreu (z.B. mit Fingernagel oder Bürste) ermittelt werden. Zur Dokumentation des Tierschutzindikators stehen Ihnen im Abschnitt ("Wozu Ergebnisse dokumentieren?") in der Kurs-Übersicht ein Erhebungsformular oder die Excel-Anwendung Tierschutzindikatoren zur Verfügung.


  • Boniturschema:

Die Beurteilung der Fußballenveränderungen erfolgt durch die Vergabe von 3 Boniturnoten (0, 1, 2). Wenn Fußballenveränderungen vorhanden sind, entscheidet sich anhand der Größe des Sohlen- oder Zehenballens  (Schwellenwert 50%), ob Boniturnote 1 oder 2 vergeben wird. Bei Grenzfällen zwischen zwei Boniturnoten wird die bessere Note gegeben. Dokumentiert wird die Boniturnote des am schlechtesten bewerteten Fußes.


  • Tipps zur Tierbeurteilung:

In diesem Abschnitt finden Sie ergänzende Informationen zu der Einteilung der Körperregionen und zusätzliches Bildmaterial zu den einzelnen Boniturstufen des Tierschutzindikators "Fußballenveränderungen" bei Mastputen. Darüber hinaus erhalten Sie nützliche Hinweise zur Beurteilung der Tiere in Grenz- und Sonderfällen. Zur Ansicht dieser Praxistipps klicken Sie bitte auf die Buttons "Körperregionen" bzw. "Zusatzmaterial".


Körperregionen          Zusatzmaterial


  • Auswertung:

Die Anzahl an Tieren mit Fußballenveränderungen wird zu den oben genannten Zeitpunkten erhoben und im Anschluss mit Hilfe der Berechnungsformeln aus dem KTBL-Leitfaden (S. 61) ausgewertet. Zählen Sie alle betroffenen Tiere (Boniturnoten 1 + 2) aus der Stichprobe zusammen. Dividieren Sie die Gesamtsumme durch die Zahl der beurteilten Tiere. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Zahl 100, um den Anteil der insgesamt betroffenen Tiere in Prozent zu erhalten (A). Führen Sie die genannten Rechenschritte ebenfalls für alle schwer betroffenen Tiere (Boniturnote 2) durch (B).


  • Übungsmodul:

In diesem Abschnitt können Sie spezifische Übungsfragen zur Vertiefung des gelernten Wissens beantworten und sich somit optimal auf den Test am Ende der Online-Schulung vorbereiten. Klicken Sie zur Absolvierung der Modulinhalte bitte auf den Button "Übungsfragen". Zum Nachschlagen der jeweiligen Boniturstufen können Sie das Boniturschema in einem neuen Fenster öffnen. Klicken Sie hierfür auf den Button "Boniturschema".


Übungsfragen          Boniturschema


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