Erläuterungen
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Flächenangebot - Was und Warum?Ein unzureichendes Flächenangebot je Tier beeinträchtigt das Wohlbefinden aufgrund eingeschränkter Ruhemöglichkeit und mangelnder Bewegungsfreiheit. Es begünstigt das Auftreten typischer Produktionskrankheiten (z. B. Gelenkschäden, Lahmheiten, Schwanzspitzennekrosen)
und verursacht Stress aufgrund vermehrter sozialer Auseinandersetzungen. | |
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Integumentschäden - Was und Warum?Die äußere Haut (das Integument) stellt die Schnittstelle des Tiers zu der es umgebenden Umwelt dar und bildet ab, wie erfolgreich sich Tiere mit der direkten Einwirkung der Haltungstechnik, aber auch dem sozialen Umfeld (z. B. Verletzungen durch Hornstöße) auseinandersetzen können. Schäden der Haut wie frische oder verkrustete Wunden oder Schwellungen sind schmerzhaft und können auch als Eintrittspforte für Infektionen dienen; Gelenkveränderungen können zu Lahmheiten führen. Beim Rind treten solche Schäden besonders häufig an den Sprunggelenken (Tarsalgelenken) und Vorderfußwurzelgelenken (Karpalgelenken) auf und sind in der Regel auf eine nicht tiergerechte Liegefläche zurückzuführen (nicht ausreichend weich, verformbar, sauber und trocken). Schäden am Nacken sind auf nicht an die Tiergröße angepasste Nackenrohre zurückzuführen. Bei Mastrindern, insbesondere bei Haltung auf harten Böden, sind auch Trittverletzungen der Schwanzspitze bzw. Schäden am Schwanz zu beachten und zu erfassen. Diese können zu im Wirbelkanal aufsteigenden Infektionen und damit zum Festliegen und Totalverlust führen. | |
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Klauenzustand - Was und Warum?Ein mangelhafter Klauenzustand liegt z. B. bei übermäßiger Klauenlänge und häufig damit verbundener Biegung der Klauenspitze oder Verletzungen und Überwachsungen des Wandhorns vor. Er kann Fehlstellungen und damit eine unphysiologische Gewichtsverteilung,
ein verändertes Gangbild und Beeinträchtigungen des Verhaltens (z. B. Futteraufnahme) und Wohlbefindens hervorrufen sowie Klauenerkrankungen begünstigen. In der Folge davon kann die Wachstumsleistung vermindert sein. | |
KTBL-Leitfaden TierschutzindikatorenDie KTBL-Veröffentlichung „Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis – Rind“ (2., überarbeitete Auflage) liefert dem Tierhalter einen Vorschlag, wie eine Überprüfung der Tiergerechtheit nach aktuellem wissenschaftlichen Stand praktikabel und fachgerecht
durchgeführt werden kann.
Der Leitfaden in gedruckter Fassung mit stabiler Spiralbindung und abwaschbaren Seiten eignet sich für den direkten Einsatz im Stall. Er ist im KTBL-Shop erhältlich. Zudem sind im Leitfaden Vorlagen für Erhebungsformulare enthalten. Hier geht’s zu den Leitfadeninhalten inklusive Einleitung für Mastrinder. Wie die KTBL-Leitfäden entstanden sind, erfahren Sie im Artikel "Betriebliche Eigenkontrolle Tierwohl“. | ||
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Lahmheit - Was und Warum?Der Begriff Lahmheit beschreibt Störungen des Gangbildes, die bei Rindern überwiegend schmerzbedingt sind. Lahme Rinder sind aber nicht nur Schmerzen ausgesetzt, sondern haben auch eingeschränkten Zugang zu Futter und Wasser oder anderen Ressourcen. In
der Folge ist die Wachstumsleistung bei lahmen Tieren geringer. | |
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Nasenausfluss - Was und Warum?Nasenausfluss ist ein Indikator für Atemwegserkrankungen. Diese gehören zu den bedeutendsten Erkrankungskomplexen in der Mastrinderhaltung und gehen für das betroffene Tier in der Regel mit einer Störung des Allgemeinbefindens einher. Sie sind sowohl
wegen der Behandlungskosten als auch wegen der negativen Auswirkungen auf die Gewichtszunahme auch von ökonomischer Bedeutung. | |
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Tägliche RoutinekontrolleDie tägliche Kontrolle des Tierbestandes ist gemäß Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung § 4 Abs. 1 vorgeschrieben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Feststellung von akuten Problemen, die das unverzügliche Einleiten von Maßnahmen erfordern. Die betriebliche Eigenkontrolle ergänzt die täglichen Routinekontrollen im Stall, ersetzt diese jedoch nicht. | ||
Tierbezogene Indikatoren…werden am Tier selbst erfasst: Dabei werden Aspekte des Gesundheitszustands und des Verhaltens der Tiere berücksichtigt. Tierbezogene Indikatoren ermöglichen direkte Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Haltung, Fütterung und Management
auf das Tierwohl. Nur wenn es für in der Praxis häufig auftretende Tierschutzprobleme keine geeigneten tierbezogenen Indikatoren gibt oder eine Erhebung zu aufwändig wäre, wird auf ressourcen- oder managementbezogene Indikatoren zurückgegriffen.
Ressourcen- und managementbezogene Indikatoren erfassen Aspekte der baulich-technischen Gegebenheiten von Haltungsbedingungen (z. B. das Platzangebot) und des Managements (z. B. Reinigungsmaßnahmen/Eingriffe am Tier), also die Voraussetzungen, mit
denen eine möglichst tiergerechte Haltung erreicht werden soll. Sie lassen jedoch nur einen indirekten Rückschluss darauf zu, wie es den Tieren unter diesen Bedingungen tatsächlich geht. Im KTBL-Leitfaden Tierschutzindikatoren werden überwiegend tierbezogene Indikatoren empfohlen. | ||
Tierverluste - Was und Warum?Tierverluste umfassen alle verendeten sowie notgetöteten und euthanasierten („eingeschläferten“) Mastrinder. Sie sind – neben ihrer Tierschutzrelevanz – auch aus ökonomischer Sicht von großer Bedeutung und vom betriebsindividuellen Management abhängig. | |
